Newsletter 84 (03.12.2013)





Meine lieben Kunden, liebe Freunde von erLesen,


nun erreicht Sie meine Weihnachtspost – und sie ist vielleicht ein bißchen "abseits der Norm". Aber es ist mir einfach Bedürfnis, ehrlich zu schreiben, wenn mir in der Adventszeit der Sinn nicht rund um die Uhr nach Zimtsternen, Duftkerzen und Engelstrompeten steht. Irritiert mich es doch immer wieder, wenn bei vielen Menschen alles immer "dauersuper" ist.

Ich möchte diesen letzten Newsletter in diesem Jahr auch für einen kleinen Rückblick nutzen: 2013 war für erLesen ein eher schwieriges Jahr. Sei es die Schließung der Filiale in Oberdürrbach, die Einstellung der Vorlesestunden in der Uniklinik, der Wegfall einiger großer Schulbuchaufträge (leider halten sich manche Mitbewerber nicht an die Buchpreisbindung) und letztlich auch der Verlust der Stadtbücherei als Kunde. Dies alles hat erLesen ganz schön durchgerüttelt.

Dennoch ist es mir ein Anliegen, dass erLesen ein Ort bleibt, der Menschen inspiriert, in Form von Büchern, Begegnungen und Kunst.

Vielleicht passt gerade in diese Zeit auch unsere nächste Ausstellung, die unser Veranstaltungsjahr 2013 schließt:
Am Dienstag, den 3. Dezember 2013 (Achtung: ausnahmsweise mitten in der Woche!) um 18.00 Uhr.
Herr Erhard P. Scharf kam nach vielen schweren Schicksalsschlägen zum Malen. Gerade nach der Diagnose Hirnturmor gelang es ihm so seine schwierige Situation zu verarbeiten. Seit 1988 malt und gestaltet er nach der Devise von Josef Beuys: "Jeder Mensch ist ein Träger von Fähigkeiten, ein sich selbst bestimmendes Wesen, der Souverän schlechthin in unserer Zeit. Da, wo er seine Fähigkeiten entfaltet, ist er Künstler."
Oder wie er selbst treffend über sich sagt: "Ich male einfach Seele, ich will keine schönen Bilder malen".
Ich habe bei Freunden eines seiner Werke gesehen und ihn daraufhin spontan zu uns eingeladen. Feiern Sie morgen mit uns die Eröffnung seiner Ausstellung!

Man möge es mir verzeihen, dass ich die angekündigten Salongespräche auf den Januar verschiebe… Viele Aktivitäten und Buchausstellungen sind zu bewältigen und die Weihnachtsvorbereitungen sind im vollen Gange, damit Sie bei uns schöne Geschenke für sich und Ihre Lieben finden.

Und damit sind wir auch schon bei unseren Weihnachtsbuchvorschlägen für Sie:
Hier sehen Sie schon einen kleinen Vorgeschmack unserer Buchtipps, für mehr Ideen klicken Sie in der gesamten Adventszeit zu uns auf unserer Website oder auf Facebook. Dort sehen Sie ab 1. Dezember jeden Tag Aktuelles, Klassisches, Lustiges, Nachdenkliches, Trauriges, Interessantes, wie zum Beispiel:

"Flamingos im Schnee" von Wendy Wunder
"Die Analphabetin die rechnen konnte" von Jonas Jonasson
"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce
"Eine handvoll Worte" von Jojo Moyes
"111 Orte in und um Würzburg die man gesehen haben muss" von Bernhard Horsia
und noch 19 Bücher mehr...




Und hier kommen unsere allmonatlichen Buchtipps, heute für Dezember:

BUCHTIPP von PETRA

Vielleicht erinnern Sie sich, dass ich Ihnen voller Begeisterung das Buch "Das ist das Leben" empfohlen habe? Jetzt habe ich im Lesezirkel ein Artverwandtes kennen gelernt.
"1.000 Gefühle für die es keinen Namen gibt" – so lautet der Titel des Buches.
Von Mario Giordano, erschienen im Berlin Verlag, gebundene Ausgabe für 14,99 Euro.
Hier "nur" ein paar Gefühlsbeispiele, weil eine Beschreibung ein wenig schwierig ist:
- Das Glück neue Freunde gefunden zu haben
- Die Ohnmacht bei lustigen Hochzeitsspielen
- Das Erschrecken Rasern den Tod zu wünschen
- Die Scham über die eigene Schadenfreude
- Die Erleichterung, dass ihr ein Geschenk gefällt
Arg schön, oder?


BUCHTIPP von SUSANN

"Ein Traum von Musik"
herausgegeben von Elke Heidenreich, btb 9,99 Euro.

Diesmal hat Elke Heidenreich nicht selbst zum Stift gegriffen, sondern 46 Träume zur Musik von Politikern, Schauspielern, Journalisten und Musikern eingesammelt. Und aus jedem Beitag klingt und singt eine Liebeserklärung. Die Geschichten, die hierbei erzählt werden, sind so unterschiedlich wie die Autoren selbst. So spannt sich ein Bogen von amüsant, bewegend über erstaunlich bis hin zu ironisch und spannend.
Dabei ist ein Buch entstanden, das man eigentlich nie zu Ende lesen kann, weil man es immer wieder gerne zur Hand nimmt. Auch das entsprechende Hörbuch mit 210 Minuten Text über Musik, aber ohne Musik, in dem die Autoren ihre Beiträge selbst lesen, ist nicht eine Minute langweilig, sondern ein sehr kurzweiliger Hörgenuss.


BUCHTIPP von REBECCA

"Die Analphabetin, die rechnen konnte" von Jonas Jonasson
Carl´s Books, 19,99 Euro.

Lang ersehnt und endlich da: Neues aus der Feder des schwedischen Autors, der mit seinem "Hundertjährigen" einen absoluten Überraschungshit gelandet hat. Im Pressespiegel kommt Herr Jonasson diesmal nicht allzu gut weg, vielen Rezensenten missfällt das zu ähnliche Konzept des neuen Romans. An dieser Stelle muss ich einräumen – sie haben Recht, was das Konzept anbelangt. Das Strickmuster ist fast identisch.
Unterschiede:
gelb statt blau, Zebra statt Elefant und 12jährige Afrikanerin statt 100jährigem Schweden.
Gemeinsamkeiten:
sympathische Charaktere, überraschenden Wendungen, bunte Odyssee durch die Geschichte mit historischem Hintergrund und vielen witzigen kleinen Geschichtchen.
Fazit:
Nichtsdetotrotz hatte ich großen Spaß beim lesen! Jonasson schreibt einfach verdammt gut und witzig, seine Einfälle sind originell, skurril und völlig absurd und mehr als einmal hätte ich beim Lesen fast meinen Tee verschüttet, weil ich so kichern musste.
Ähnlichkeiten hin oder her: mir hat es gefallen und ich glaube, wenn man sich darauf einstellt, dass es einfach Jonassons einzigartiger und besonderer Stil ist, dann wird man auch nicht enttäuscht.

Jetzt wünsche ich Ihnen und uns eine friedvolle und genussvolle Adventszeit, wenig Stress beim Weihnachtseinkauf (kommen Sie einfach zu uns) und ein wunderschönes Fest!

Ihre/Eure Petra Pohl